NAK International fasst in einem Beitrag die Stellungnahme zusammen, die Stammapostel und Kirchenpräsident Wilhelm Leber am Ende des Gottesdienstes für Amtsträger am vergangenen Sonntag in Castrop-Rauxel (JO berichtete) verlas. Darin hieß es unter anderem: "Ökumene heißt aufeinander zugehen und miteinander reden!" Außerdem äußerte sich der Stammapostel zu Veränderungen in der Lehre der Neuapostolischen Kirche.
Zur Ökumene sagte Leber: "Ich strebe ein unverkrampftes Verhältnis zu anderen christlichen Gemeinschaften an und zwar auf der Basis gegenseitigen Respekts. Dazu müssen wir als Kirche auf die anderen Kirchen zugehen und mit ihnen reden." Das Reden miteinander sei wichtig, um Missverständnisse abzubauen und um ein Vertrauensverhältnis zu gewinnen, so der Leiter der Neuapostolischen Kirche weltweit. Er stellte zugleich fest: "Unsere Glaubensgrundlagen werden dadurch nicht berührt und auch gar nicht in Frage gestellt. Es geht um Gespräche, um Gedankenaustausch mit anderen."
Es gehe ihm dabei auch um die "Stärkung der christlichen Front, der Christenheit insgesamt", denn - so sein Argument: "Die christlichen Grundlagen schwinden in der Bevölkerung immer mehr. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen." Er wolle daher das Gemeinsame und nicht so sehr das Trennende betonen. Ungeachtet dessen werde sich die Neuapostolische Kirche jedoch nicht an ökumenischen Gottesdiensten oder gemeinsamen Segenshandlungen beteiligen.
Auch zu den Lehrveränderungen der letzten Jahre äußerte sich Stammapostel Wilhelm Leber. Dazu sagte er: "Die göttliche Wahrheit ist immer absolut. An dem, was von oben kommt, gibt es keinen Änderungsbedarf. Aber: Der Herr redet eben durch Menschen. Das ist so und bleibt so." Wir Menschen verstünden den Willen Gottes gemäß unserer Sehensweise. Dabei sei unser Verständnis von den Zeitverhältnissen und unseren Erfahrungen geprägt, so der Stammapostel. Anpassungsbedarf sei daher nicht auszuschließen. Er betonte aber: "Daran soll sich niemand in seinem Glauben irritiert fühlen. Die Grundlinie bleibt erhalten."
Zugleich stellte er den Gedanken heraus, dass es etwas Schönes, Beglückendes sei, wenn die Kirche das, was als anpassungsnotwendig und -würdig erkannt wird, auch so durchgeführt.
1. Oktober 2005
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